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07.03.2025
08.07.2026 | Kommentare: 0
Beitrag per Email empfehlenDie Aussagen des Hochwasserexperten Prof. Dr. Holger Schüttrumpf von der RWTH Aachen sind fünf Jahre nach der Flutkatastrophe im Ahrtal deutlich und alarmierend: Trotz zahlreicher Wiederaufbaumaßnahmen gibt es nach seiner Einschätzung bis heute keinen wirksamen Hochwasserschutz, der die Auswirkungen eines erneuten Ereignisses in der Größenordnung von 2021 entscheidend reduzieren würde.
Bei einer Presseexkursion erklärte Schüttrumpf, dass die Folgen einer vergleichbaren Flutwelle heute „mehr oder weniger die gleichen wie 2021“ wären. Zwar seien wichtige Fortschritte beim Katastrophenschutz, bei Warnsystemen und beim Wiederaufbau der Infrastruktur erzielt worden, doch die entscheidende Frage bleibe weiterhin ungelöst: Wie kann verhindert werden, dass extreme Wassermengen überhaupt gleichzeitig durch das enge Ahrtal strömen?
Prof. Schüttrumpf sieht die wirksamste Lösung in großräumigen Hochwasserrückhaltebecken im Einzugsgebiet der Ahr sowie an ihren Nebenflüssen. Ziel ist es, große Wassermengen bereits weit oberhalb des Tals zurückzuhalten und den Abfluss zu verzögern.
Genau auf diesen Zusammenhang weist die Initiative hinter der Petition „Ahrhochwasser“ bereits seit 2021 immer wieder hin: Hochwasserschutz darf nicht erst im Tal beginnen, sondern muss dort ansetzen, wo der Niederschlag fällt.
Dazu gehören:
Schüttrumpf betont, dass die Entscheidung darüber, wie viel Wasser an kritischen Engstellen im Ahrtal ankommt, bereits weit oberhalb getroffen wird. Gerade an engen Talabschnitten seien nachträgliche Schutzmaßnahmen nur noch sehr begrenzt wirksam.
Diese Erkenntnis deckt sich mit den Forderungen der Petition: Jeder Liter Wasser, der in Böden, Wäldern, Mulden, Rückhalteräumen oder technischen Anlagen gespeichert wird, muss nicht gleichzeitig das Tal durchströmen. Eine Kombination aus natürlicher und technischer Wasserrückhaltung kann Abflussspitzen reduzieren und wertvolle Zeit für Warnungen und Evakuierungen schaffen.
Besonders bemerkenswert ist die Feststellung des Experten, dass viele zerstörte Bereiche an gleicher Stelle wieder aufgebaut wurden, während dem Fluss kaum zusätzlicher Raum gegeben wurde. Gleichzeitig verweist er darauf, dass extreme Hochwasser natürliche Ereignisse sind, die auch künftig wieder auftreten werden.
Die Initiative „Petition Ahrhochwasser“ sieht sich durch diese Aussagen in ihrer seit Jahren vertretenen Position bestätigt: Statt ausschließlich über Wiederaufbau und lokale Schutzmaßnahmen zu sprechen, müssen endlich wirksame Konzepte zur Wasserrückhaltung in der Fläche umgesetzt werden.
Fünf Jahre nach der Flut zeigt sich, dass die Zeit drängt. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse liegen vor, die Risiken sind bekannt und die Experten mahnen zu entschlossenem Handeln.
Die Menschen im Ahrtal und in vielen anderen Mittelgebirgsregionen Deutschlands haben ein Recht darauf, dass alle Möglichkeiten zur Verringerung zukünftiger Hochwasserschäden ernsthaft geprüft und umgesetzt werden. Dazu gehört insbesondere die konsequente Stärkung der natürlichen und technischen Wasserrückhaltung im gesamten Einzugsgebiet.
Die beste Flutwelle ist diejenige, die gar nicht erst gleichzeitig im Tal ankommt. Genau dafür setzt sich die Initiative seit 2021 ein.
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07.03.2025