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Ideen für mehr Hochwasserschutz an der Ahr

09.11.2023  |  Kommentare: 0

Quergepflanzte Rebstöcke als wirksame Regenrückhaltung im Ahrtal

Quer angelegte Weinberge und Chinaschilf als wirksame Maßnahmen in der Landwirtschaft

Nach der Ahr-Flut gibt es viele Ideen für mehr Schutz vor Hochwasser und Starkregen. Manches braucht noch viel Zeit, anderes könnten Landwirte und Winzer jetzt schon tun.

Winzer Gisbert Ley lässt seit einigen Jahren Gras in seinen Weinbergs-Terrassen oberhalb von Dernau wachsen. Und er hat seine Reben quer zum Hang gepflanzt. So sind zwischen den Pflanzen kleine Dämme entstanden. Zusammen mit dem Gras bilden sie eine Art natürlichen Regenschutz, der Starkregen und Schlamm daran hindert, ungebremst ins Tal zu fließen.

Die Idee hat er aus einem Urlaub in Südtirol mitgebracht und sieht nur Vorteile. Er ist davon überzeugt, dass aus der quer angelegten Fläche nichts raus kommt. Das versickert alles hier. Auch beim stärksten Regen. Der Winzer aus Dernau zeigt auf einen anderen Weinberg, dort ist in der Mitte ein brauner Streifen zu sehen. Hier ist bei einem der letzten Unwetter der Boden weg gespült worden. Die Erde liegt jetzt auf der Straße.

Außerdem spare er Geld durch das Gras im Weinberg, Gisbert Ley seine Erfahrungen zusammen. „Wir haben jetzt schon sieben Jahre nicht mehr gedüngt, die Qualität des Bodens ist gut. Und wir brauchen nur einen Traktor.“ Seine Kollegen dagegen bewirtschaften die steilen Hänge nebenan mit einer zusätzlichen Raupe – das koste mehr.

Idee von Dernauer Winzer findet kaum Nachahmer

Gisbert Ley ist überzeugt, dass die Weinberge an der Ahr viel noch mehr Regenwasser zurückhalten könnten, wenn auch andere Winzer ihre Reben quer zum Hang pflanzen würden. Doch auch in diesem Herbst würden wieder neue Weinberge im Ahrtal angelegt, in denen die Reben in senkrechten Reihen stehen.

Ley bedauert das, er hat aber auch eine Erklärung: Viele Flächen seien einfach zu klein für eine Bewirtschaftung quer zum Weinberg. Er sagt: ‚Wir müssen eine Flurbereinigung haben, um Wasser in den Berg zu halten.“

Auch Experte für Bau von Dämmen im Weinberg

Die Ideen von Gisbert Ley begeistern aber Dietmar Schröder aus Remagen. Er war früher Professor für Bodenkunde an der Universität Trier. Schröder hat den Politikerinnen und Politikern in der Enquete-Kommission des Landtags erklärt, wie leicht kleine Dämme auf Feldern oder quer angelegte Flächen in den Weinbergen Regenwasser und Schlamm zurückhalten könnten. Sonst fließen sie oft ungehindert über die Fahrrinnen der Traktoren ins Tal. Der Experte rät dazu, mit dem Aufbau eines solchen Starkregenschutzes an der Ahr nicht zu lange zu warten und warnt: „Die ganzen Aufbaumaßnahmen geraten in Gefahr, wenn wir nicht schnell das zuströmende Wasser reduzieren.“

Schröder fordert deshalb eine gesetzliche Pflicht für alle Landeigentümer das Wasser zurückzuhalten, also auch für Landwirte und Winzer. Denn die anderen geplanten Maßnahmen wie der Bau von höheren Deichen und Rückhaltebecken an der Ahr und die Schaffung von Überflutungsflächen brauchen noch Zeit.

Anbau von Chinaschilf könnte Hochwasserschutz im Ahrtal verbessern

Viele Landwirte und Winzer wollen aber jetzt schon etwas für den Schutz vor Hochwasser und Starkregen tun. Eine Möglichkeit könnte Chinaschilf sein, schlägt Professor Ralf Pude von der Landwirtschaftlichen Fakultät der Universität Bonn vor. Einige Landwirte im Ahrtal bauten es schon an. Einer habe erlebt, dass auf den daneben liegenden Getreide- und Maisfeldern das Wasser bei Starkregen nicht so gut festgehalten wurde. Vor kurzem informierte Professor Pude deshalb die Mitglieder des Bauausschusses der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler über den Anbau von Miscanthus, wie das Chinaschilf in der Fachsprache hießt. Die schnell wachsenden Pflanzen könnten seiner Meinung dabei helfen, bestimmte Stellen im Ahrtal in kurzer Zeit besser vor Starkregen zu schützen.

Quelle: SWR online 09.11.2023



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