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[…] vor Augen geführt, wie drastisch die Auswirkungen des Klimawandels sind. Wir werden künfti [...]
07.03.2025
26.09.2026 | Kommentare: 0
Beitrag per Email empfehlenBereits kurz nach der Flutkatastrophe im Ahrtal hat die Initiative „Petition Ahrhochwasser“ dafür geworben, Wasser nicht nur in technischen Rückhaltebecken, sondern möglichst früh in Wald, Feld und Landschaft zurückzuhalten. Was damals häufig als kaum umsetzbar oder von begrenzter Wirkung bewertet wurde, wird heute zunehmend wissenschaftlich untersucht und praktisch erprobt. Ein aktuelles Beispiel dafür liefert ein Waldprojekt im Raum Bitburg. [tagesschau.de]
Ein aktuelles Beispiel liefert der Stadtwald von Bitburg. Dort werden alte Entwässerungsgräben gezielt verschlossen, damit Regenwasser nicht mehr ungehindert aus dem Wald abfließt, sondern vor Ort versickert und gespeichert wird. Die Gräben waren vor mehr als 100 Jahren angelegt worden, um Fichtenstandorte zu entwässern. Heute verfolgt die Forstwirtschaft jedoch ein anderes Ziel: Das Wasser soll möglichst lange in der Landschaft verbleiben.
Der Forstwissenschaftler Simon Keller von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg betont, dass sich die Rahmenbedingungen durch Klimawandel, längere Trockenperioden und häufigere Starkregenereignisse grundlegend verändert haben. Maßnahmen zur Wasserrückhaltung im Wald seien deshalb ein wichtiger Baustein für die Anpassung an die neuen Herausforderungen.
Nach Angaben der Forschung gibt es dabei mehrere Ansatzpunkte:
Experten weisen allerdings darauf hin, dass einzelne Maßnahmen allein keinen großflächigen Effekt erzeugen. Ihre Wirkung entfalten sie vor allem dann, wenn sie flächendeckend und systematisch umgesetzt werden.
Für die Initiative Petition Ahrhochwasser bestätigt das Bitburger Beispiel einen Ansatz, der seit Jahren gefordert wird: Hochwasserschutz muss ganzheitlich gedacht werden.
Große Rückhaltebecken im Ahrtal können Hochwasserspitzen reduzieren und bleiben ein wichtiger Bestandteil eines modernen Schutzkonzeptes. Gleichzeitig zeigt sich immer deutlicher, dass auch natürliche Wasserrückhaltemaßnahmen in Wäldern, auf landwirtschaftlichen Flächen und entlang von Gewässern einen wertvollen Beitrag leisten können. Ziel muss es sein, Regenwasser möglichst früh zurückzuhalten, bevor es sich in den Bächen und Flüssen sammelt und dort zu gefährlichen Abflussspitzen führt.
Die Erfahrungen aus Bitburg machen Mut. Mit vergleichsweise einfachen Mitteln kann Wasser länger in der Landschaft gehalten werden. Gleichzeitig stärkt ein solcher Ansatz die Widerstandsfähigkeit von Wäldern gegen Trockenheit, fördert die Grundwasserneubildung und kann dazu beitragen, Hochwasserfolgen abzuschwächen.
Für das Ahrtal bedeutet dies: Neben der Diskussion um große technische Schutzmaßnahmen sollten auch dezentrale Lösungen für Wald, Landwirtschaft und Gewässerrandbereiche konsequent geprüft und umgesetzt werden. Ein wirksamer Hochwasserschutz wird am Ende nur durch das Zusammenspiel vieler verschiedener Maßnahmen gelingen.
Quelle: Tagesschau / SWR Aktuell, „So bleibt das Wasser im Bitburger Wald“, 04.09.2026.

Lake in a forest
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